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Grafik: Gerd Straeter

Zustandsprüfung nach dem Lünener Modell

Mit unserem verfeinerten Prüf- und Beratungssystem der privaten Grundstücksentwässerungsanlagen in Lünen erreichen wir ein maximales Ergebnis für Umwelt und Gemeinde bei minimaler Belastung von Ihnen als Bürger. Unsere Ziele bei der Entwicklung unseres Vorgehens:

  • Die Beseitigung gravierender Missstände, die durch Einzelne verursacht werden,
  • die Vereinfachung technischer und rechtlicher Zusammenhänge
  • sowie die Kostenreduzierung für Sie als Grundstückseigentümer.

Ein Überblick über die verfeinerte Zustandsprüfung nach dem Lünener Modell

Nach der Abschaffung des § 61a LWG hat sich die Gesetzeslage zur privaten Grundstücksentwässerung verändert. Geblieben ist die Verantwortung der Grundstücksbesitzer zur Instandhaltung und Wartung ihrer Anlagen. Die größte Veränderung liegt in den Freiräumen, die die neuen Gesetze den Kommunen bei der individuellen Umsetzung der Überprüfung der Grundstücksentwässerungsleitungen überlassen. Gemäß unseres Verbraucherschutzansatzes gehen wir vom SAL in Lünen den Weg der Verhältnismäßigkeit: Sie als Bürger belasten wir nur bei Schäden, die unbedingt saniert werden müssen, weil von ihnen große Schäden für Umwelt und individuellen Besitz ausgehen.

Die neuen Gesetze zur privaten Grundstücksentwässerung stellen den Bürger nicht länger unter Generalverdacht, legen erstmals Regeln der Technik fest, räumen den Kommunen mehr Mitbestimmungsrecht ein und ermöglichen ihnen so individuelleres Eingehen auf örtliche Begebenheiten. Wir in Lünen freuen uns über diese Entwicklung und haben unser Beratungssystem vor dem Hintergrund der Gesetzesnovellierung verfeinert. Die Grundstücksentwässerungsleitung wird so zur Kontaktleitung zwischen Ihnen als Bürger und uns als Kommune.

Die obligatorische Vorprüfung

Mit einer obligatorischen und über die Abwassergebühren finanzierten Teilprüfung Ihrer privaten Grundstücksleitungen (Vorprüfung) gehen wir in Lünen als Kommune den ersten Schritt (auf Basis des § 53c LWG). Sie als Bürger kennen danach das Risiko, das von Ihrer Anlage ausgeht. Öffentliche und private Leitungen bewerten wir gleich, setzen aber andere Schwerpunkte: Bei Schadensfreiheit der Hausanschlussleitung gehen wir anhand unserer Erfahrungen von einer Schadensfreiheit der gesamten privaten Entwässerungsanlage aus. Im Vorfeld informieren wir Sie über unser Vorgehen: Sie können die Prüfung mitverfolgen und das fehlende Teilstück bei einem Schadensbefund gleich mit befahren lassen. Das ist praktisch, günstiger und der öffentliche Kanalnetzbetreiber ist live dabei und gibt Ihnen Sicherheit. Wir helfen Ihnen gern – von Nachbar zu Nachbar.

Das dreischrittige Aussiebverfahren

Die konkrete Bewertung führen wir anhand eines dreischrittigen Aussiebverfahrens durch. Nur Anlagen mit gravierenden Schäden („Stufe Rot“-Grundstücke) müssen umgehend saniert werden (nach unserem Erfahrungswert rund 17 % der geprüften Grundstücke). In Schritt 1 (grundstücksbezogene Risikoermittlung anhand von Schadensgruppen) bewerten wir das Schadenspotenzial der Anlagen: hoch, mittel oder gering. In Schritt 2 (individuelle Risikoermittlung nach Sanierungsklassen) berücksichtigen wir die örtliche und die hydraulische Situation, die Lage der Abwasserleitungen im Verkehrsraum sowie örtliche Probleme im öffentlichen Kanalnetz. Nach dem Ampelprinzip erhält jedes Grundstück eine Sanierungsklasse. In Schritt 3 ermitteln wir die Sanierungsnotwendigkeit und legen Fristen fest: Grün (keine Sanierung erforderlich), Gelb (Sanierung empfohlen, Frist empfohlen) und Rot (schwere Schäden, Sanierung dringend erforderlich, Frist muss eingehalten werden). Eindeutige Indikatoren für Stufe-Rot-Grundstücke sind a) permanenter Fremdwasserfluss vom Grundstück her oder b) Rattenbefall in der Privatleitung in dicht besiedeltem Gebiet.

Nicht zu sanierende Grundstücke werden in dreißig Jahren bei der Wiederholungsprüfung neu bewertet.

Unsere Beratung steht Ihnen zu

Hochwertige individualisierte Beratung ist eine gesetzlich verankerte Pflicht der Kommunen (§ 53, 1e LWG, § 60 & 61 WHG) und innerhalb der Nutzung der Abwassergebühren als inkludierter Kostenpunkt vorgesehen (§ 53c LWG). Wir in Lünen setzen deshalb in der Kommunikation mit Ihnen als Bürger auf „Mündigkeit statt Zwang“ und Verbraucherschutz – und somit zentral auf eine fundierte, zielgruppengerechte und individualisierte Beratung. Die im SAL entwickelte Datenbank GEIS hilft uns dabei, individuelle Beratungen teilautomatisieren und effektiv abwickeln zu können.

 

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