Technischer Abbruch

Oder: Was passiert, wenn Teile der Anlage nicht per TV-Inspektion befahren werden können?

In Ausnahmefällen kann es geschehen, dass der von Ihnen mit einer Kamerabefahrung beauftragte Dienstleister an einer Stelle Ihrer Grundstücksentwässerungsanlagen nicht weiter kommt – etwa weil eine Kurve zu steil oder ein Rohr zu eng bemessen ist. In diesem Fall kommt es zu einem sogenannten Technischen Abbruch. Ist dies in Lünen der Fall, muss der Dienstleister dem SAL dieses Problem melden. Gemeinsam mit dem SAL und anhand normierter Kriterien wird entschieden, ob der Abbruch statthaft ist oder die Befahrung der betreffenden Sektion noch einmal von einem anderen Zugang aus versucht werden soll.

Ab einer Befahrbarkeit von 80 % wird in Lünen das Ergebnis einer Befahrung trotz technischen Abbruchs anerkannt. Liegen darüber hinaus keine Beanstandungen an den Entwässerungsanlagen vor, erhalten Sie dennoch Ihr Zertifikat auf Basis der vor dem Abbruch ermittelten Werte.

Ein technischer Abbruch wird vom SAL anerkannt, wenn

  • eine Leitung < Innendurchmesser 80 mm (DN 80) nicht befahren werden kann
  • eine Leitung DN 80 mit einem 90°-Bogen nicht untersucht werden kann und eine Gegenbefahrung nicht möglich ist
  • eine Leitung aufgrund eines zu stark verzweigten Netzes nicht befahren werden kann und dieser Abbruch mit dem SAL zum Zeitpunkt des Auftretens abgestimmt wurde
  • Anschlüsse/Abzweige im Scheitel nicht befahren werden können und eine Gegenbefahrung nicht möglich ist
  • Leitungsabschnitte aufgrund eines Gefällesturzes nicht befahren werden können
  • der Ab- oder Ausbau von Entwässerungsgegenständen zur Befahrung einer Leitung einen nicht zumutbaren Aufwand darstellt (vergleiche zumutbare/unzumutbare Ab- oder Ausbauten im Folgenden weiter unten im Text)
  • Leitungen untergeordneter Bedeutung, welche im negativen Winkel angeschlossen sind, nicht befahren werden können und keine Gegenbefahrung möglich ist (die Einstufung einer Leitung als „Leitung untergeordneter Bedeutung“ obliegt dem SAL)

Ein technischer Abbruch wird nicht vom SAL anerkannt, wenn

  • einragende Stutzen, Hindernisse, Wurzeln und Ablagerungen die Befahrung einer Leitung nicht zulassen; Diese Hindernisse müssen beseitigt werden, damit eine vollständige Untersuchung der jeweiligen Leitung möglich ist
  • ein zumutbarer Aus- und Abbau von Entwässerungsgegenständen nicht durchgeführt wurde (vgl. zumutbare/unzumutbare Ab- oder Ausbauten im Folgenden)
  • Leitungen ≥ DN 100 mit Bögen bis 90° nicht befahren wurden

Die folgenden Ab- und Ausbauten sind in Lünen zum Schaffen einer Zugänglichkeit für eine Kamerabefahrung zumutbar beziehungsweise nicht zumutbar:

Zumutbar sind

  • das Abbauen von Hänge- und Stand-WCs (ggf. Einzelfallentscheidung durch den SAL)
  • das Zugängigmachen verdeckter oder unzugänglicher Revisions- oder Reinigungsöffnungen
  • das Abbauen von Regenfallrohren

Nicht zumutbar sind

  • das Aufstemmen von Bodenabläufen
  • das Abbauen von Duschtassen und Badewannen

 

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